Nachhaltigkeit in der Veranstaltungsbranche
Grüne Transformation im MICE-Bereich: Warum ist eine nachhaltige Veranstaltung auf dem europäischen Markt keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit?
Noch vor zehn Jahren galt Nachhaltigkeit in der Veranstaltungsbranche als nettes Extra – ein nettes Imagemerkmal, oft reduziert auf Mülltrennung. Heute, angesichts des Europäischen Green Deals und des wachsenden Umweltbewusstseins in Unternehmen, ist Ökologie zu einem zentralen Geschäftskriterium geworden. Insbesondere der französische Markt, ein Vorreiter der ISO-Norm 20121, stellt hohe Anforderungen an Veranstalter. Wie lassen sich diese Herausforderungen bei der Organisation von Veranstaltungen in Westeuropa bewältigen?
1. Frankreich als Vorreiter in Sachen Gesetzgebung (Die Auswirkungen des AGEC-Gesetzes): Frankreich setzt Trends, die bald europaweit Standard sein werden. Das AGEC-Gesetz (Loi Anti-gaspillage pour une économie circulaire) spielt dabei eine Schlüsselrolle, da es den Verbrauch von Einwegplastik drastisch reduziert und eine Kreislaufwirtschaft fördert. Für Veranstalter bedeutet dies, auf Einwegartikel, PET-Flaschen und nicht nachhaltige Bühnengestaltung zu verzichten. Eventmanager müssen heute den gesamten Lebenszyklus jedes einzelnen Elements einer Veranstaltung berücksichtigen – vom Catering mit regionalen Anbietern (dem sogenannten „Circuit Court “) bis hin zu digitalen Einladungen, die gedruckte ersetzen.
2. Die Zahlen sprechen für sich: Erwartungen von Teilnehmern und Kunden. Daten aus dem europäischen Markt belegen eindeutig, dass Unternehmen (insbesondere im B2B-Bereich) für ihren CO₂-Fußabdruck verantwortlich gemacht werden (Scope-3-THG-Protokoll). Daher wählen sie Eventagenturen, die einen Bericht über die Emissionen der Veranstaltung erstellen können.
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82 % der europäischen Delegierten geben an, dass Umweltaspekte ihre Entscheidung zur Teilnahme an einer Veranstaltung beeinflussen.
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60 % der Unternehmen in Frankreich berücksichtigen CSR-Kriterien (Corporate Social Responsibility) bei Ausschreibungen für Veranstaltungsdienstleistungen.
3. ISO 20121 – Der Schlüssel zu prestigeträchtigen Projekten. Die Norm ISO 20121, die auf Initiative der französischen Veranstaltungsbranche vor den Olympischen Spielen in London entwickelt und für Paris 2024 verfeinert wurde, etabliert sich als Goldstandard. Prozesse, die dieser Norm entsprechen, erleichtern nicht nur die Zusammenarbeit mit großen Unternehmen, sondern minimieren auch das Imagerisiko (Greenwashing). Eine professionelle Agentur kümmert sich nicht nur um die Organisation von Veranstaltungen, sondern managt auch systematisch deren soziale und wirtschaftliche Auswirkungen.
Zusammenfassung: Die Ära der einmaligen Events in Europa ist vorbei. Eine moderne Agentur ist ein strategischer Partner, der spektakuläre Effekte (Wow-Effekt) mit minimalem ökologischen Fußabdruck verbindet. Auf dem französischen Markt ist ökologische Verantwortung gleichbedeutend mit Qualität und Modernität.